Presse 2011

July. 2011
BERNAU (Ulrike Spiegel­hal­ter). In Bezug auf Energieholz war Bernau vor nahezu 20 Jahren schon weg­weisend und ist es bis heute geblieben. Nicht nur, dass inzwis­chen zwölf mit­tlere und größere Heizun­gen im Süd­schwarzwald von der Bernauer Energieholz GbR ver­sorgt wer­den,
es wird immer wieder ver­sucht, neuere und bessere Wege bei der Wärmeerzeu­gung durch Energieholz zu beschre­it­en.

Als neuesten und beispiel­haften Fortschritt bei der Qual­itätssteigerung des Energieholzes wurde vor kurzem eine Trock­nungsan­lage für Holzhackschnitzel mit­tels Abwärme ein­er Bio­gasan­lage in Betrieb genom­men. Es wur­den dazu vier spezielle Trock­nungscon­tain­er von der GbR angeschafft, eine nicht uner­he­bliche Investi­tion. Außer­dem beschaffte Land­wirt Markus Kaiser, Mit­glied der GbR einen speziellen Trans­portan­hänger für diese Con­tain­er, eben­falls mit großem finanziellem Aufwand.

Foto: Ulrike Spiegel­hal­ter
Geschäfts­führer Emil Mut­ter­er misst die Feuchtigkeit der Hackschnitzel

Die Trock­nungsan­lage wurde von Markus Schmidt vom Dorf­mat­ten­hof gebaut und für die Hackschnitzel­trock­nung bere­it­gestellt. Die Abwärme der schon seit mehreren Jahren beste­hen­den Bio­gas-Anlage wird mit­tels entsprechen­den Gebläsen und Leitun­gen in die Con­tain­er einge­führt. Bish­er kon­nte die Abwärme der Bio­gas-Anlage nur ganz eingeschränkt genutzt wer­den. Gle­ichzeit­ig kön­nen vier Con­tain­er mit jew­eils 35 Kubik­me­tern Inhalt Hackschnitzel angeschlossen wer­den. Der Trock­nungsvor­gang dauert je nach Qual­ität des Holzes ein bis drei Tage.

Foto: Ulrike Spiegel­hal­ter
Die Con­tain­er wer­den an das Gebläse der Trock­nungsan­lageauf dem Dorf­mat­ten­hof angeschlossen.

In dieser Neuerung bei der Holzhackschnitzelver­w­er­tung sind außer der Bernauer Energieholz GbR als Part­ner mit dem Gold­bach­hof und dem Dorf­mat­ten­hof zwei der größten land­wirtschaftlichen Betriebe von Bernau als Ergänzung zur Land­wirtschaft einge­bun­den. Während Markus Kaiser vom Gold­bach­hof Hackschnitzel trans­portiert und in großem Rah­men lagert, betreibt sein Kol­lege Markus Schmidt vom Dorf­mat­ten­hof die Trock­nungsan­lage.

Foto: Ulrike Spiegel­hal­ter
Auf dem Gold­bach­hof wer­den die Hackschnitzel zum Trans­port in die Trock­nungsan­lage
in die neuen Con­tain­er ver­laden.

Durch die Qual­itätssteigerung infolge Trock­nung ist die Energieholz Bernau GbR als eine der führen­den Lief­er­er für Energieholz im Süd­schwarzwald nun­mehr auch in der Lage, kleinere Hackschnitzel­heizun­gen prob­lem­los zu beliefern, damit auch diese zukün­ftig störungs­frei betrieben wer­den kön­nen. Als beispiel­haft und zukun­ftsweisend ist die Zusam­me­nar­beit zweier großer land­wirtschaftlich­er Betriebe mit der hier ansäs­si­gen Energieholz GbR anzuse­hen. Bei ein­er kür­zlich stattge­fun­de­nen Fachver­anstal­tung in Zell im Wiesen­tal mit kom­mu­nalen Vertretern und Heizungs­be­treibern wurde die in Bernau nun ange­laufene Energieholztrock­nung durch eine bish­er kaum genutzte Abwärme von Fach­leuten der Forstlichen Fakultät der Uni Freiburg als rich­tungs- und zukun­ftsweisend eingestuft.

 

Feb. 2011
BERNAU (Ulrike Spiegel­hal­ter). Die niedri­gen Tem­per­a­turen der let­zten Wochen machen es erforder­lich, dass die auch in unserem Raum zahlre­ich vorhan­de­nen Hackschnitzel­heizun­gen in kurzen Abstän­den gefüllt wer­den müssen. Darauf ein­gerichtet ist die GbR Energieholz Bernau, beste­hend aus Land- und Forstwirten. Sie bedi­ent dreizehn Heizungsan­la­gen, teil­weise mit Nah­wärmev­er­sorgung in Bernau, St. Blasien, Men­zen­schwand, Todt­moos, Häusern, Feld­berg und Wehr sowie einige kleinere Pri­vatan­la­gen. Mit Teil­men­gen wird auch die Brauerei Rothaus über eine Part­ner­fir­ma beliefert. Für die GbR sind die bei­den größten Anla­gen das Kol­leg St. Blasien mit dem Dom und die Anlage in Todt­moos mit der Klinik Wehrawald, der Wehratal­halle, dem Schulzen­trum und zahlre­ich angeschlosse­nen kom­mu­nalen und pri­vat­en Gebäu­den. In Bernau, ein­er Hochburg für Hackschnitzel­heizun­gen, ver­sor­gen vier Anla­gen ganze Wohnge­bi­ete mit Energie.

Foto: Ulrike Spiegel­hal­ter

In drei großen Lager­hallen und auf einem befes­tigten Freigelände mit Vliesab­deck­ung kön­nen in Bernau ins­ge­samt 13.000 Schüt­traum­me­ter gelagert wer­den. Zusam­men mit Lager­möglichkeit­en in zwei Hallen außer­halb Bernaus kann der kom­plette Win­terbe­darf ein­ge­lagert wer­den. Der gesamte Bedarf an Hackschnitzeln für die beliefer­ten Anla­gen beträgt jährlich etwa 30.000 Schüt­traum­me­ter, entsprechend 1,8 Mil­lio­nen Liter Heizöl. Das im Freien gelagerte Mate­r­i­al wird teil­weise mit der Abwärme ein­er Bio­gasan­lage im Land­kreis nachgetrock­net.

Bei der gegen­wär­ti­gen kalten Wit­terung sind Mit­glieder der GbR nahezu jeden Tag im Ein­satz, um die Heizun­gen zu füllen.

Woher kommt das Hackschnitzel­holz?

Nach Auskun­ft von Emil Mut­ter­er, Geschäfts­führer der GbR erfuhren wir, dass das Rohholz für die Hackschnitzel aus dem nördlichen und west­lichen Kreis­ge­bi­et, dem oberen Wiesen­tal und aus dem Gebi­et Feldberg/Lenzkirch sowohl aus dem Wald als auch aus Land­schaft­spflege­maß­nah­men kommt, wobei das vorhan­dene Poten­tial aus den Wäldern noch lange nicht aus­geschöpft wird.

Für die in der GbR beteiligten Land- und Forstwirte bedeutet die Energiehol­zliefer­ung ein zusät­zlich­es Einkom­men über den gesamten Jahresablauf und ist damit ein Beitrag zur Erhal­tung der land­wirtschaftlichen Betriebe. Außer­dem ist die Ver­w­er­tung von Energieholz ein wertvoller Beitrag zur Offen­hal­tung der Land­schaft im Süd­schwarzwald. Ein namhaftes Beispiel ist Bernau, wo in den let­zten Jahren zahlre­iche Flächen wieder offen gehal­ten sind, beispiel­sweise der Gipfel des Her­zo­gen­horns, der nun wun­der­bar und majestätisch über dem Bernauer Tal ste­ht.

Als pos­i­tiv­er ökol­o­gis­ch­er Neben­ef­fekt wer­den jährlich etwa 4500 Ton­nen CO 2 einges­part, da der ver­wen­dete Brennstoff Holz CO 2 –neu­tral in Entste­hung und Ver­bren­nung ist. Die ener­getis­che Nutzung von Holz set­zt die gle­iche Menge an CO 2 frei, die die Bäume im Ver­lauf ihres Wach­s­tums der Atmo­sphäre ent­zo­gen haben. Damit ste­ht ein Energi­eträger zur Ver­fü­gung, durch dessen Nutzung kein zusät­zlich­es CO 2 in die Atmo­sphäre gelangt und somit auch kein zusät­zlich­er Treib­haus­ef­fekt entste­ht.

Um die Energieholznutzung ist man in Bernau bere­its seit 1994 aktiv bemüht und so ist die GbR Energieholz Bernau mit ihren fünf Mit­gliedern auch die erste Gesellschaft, die sich der The­matik Energieholz im Süd­schwarzwald gewid­met hat.